Wer Medikamente zu sich nimmt, lĂ€uft Gefahr, in einen Teufelskreis zu geraten. Man beginnt damit, zuerst leichte, dann immer schwerere Störungen und Krankheiten mit Pillen zu bekĂ€mpfen. Da jedes Medikament neue Beschwerden verursacht (die Medizin spricht verharmlosend von „Nebenwirkungen“), kommen stĂ€ndig neue und stĂ€rkere Medikamente zum Einsatz. WĂ€hrend die Heilung in immer weitere Ferne rĂŒckt, wird die seelische Belastung immer gröĂer. Doch auch dafĂŒr gibt es im Arsenal der chemischen Medizin einsatzbereite Waffen. Man nennt sie Psycho-Pillen. Dazu gehören unter anderem neuroleptische Medikamente, die in die Steuerung des Körpers eingreifen, indem sie Hirnfunktionen verĂ€ndern. Damit sollen nervliche Spannungen jeder Art ausgeschaltet werden. Wie das genau geschieht, weiĂ niemand. Nur eines ist sicher: Neuroleptika-Patienten empfinden die Behandlung als quĂ€lend und einengend, als „körperliche und seelische Zwangsjacke“. Alle Altersgruppen können mit neuroleptisehen Medikamenten Bekanntschaft machen. Ein traumatisches Erlebnis, das unverwischbare Spuren hinterlĂ€Ăt und in vielen FĂ€llen zu einer Tat der Verzweiflung fĂŒhrt. Neuroleptische Medikamente kommen in Nervenheilanstalten, in Altenheimen, in Heimen fĂŒr behinderte Kinder und auch immer mehr in der Praxis Ihres Hausarztes zum Einsatz.
Psycho-Pillen: Medizin bis zum bitteren Ende
2,00 €
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